Wer braucht eine Geburtswohnung?

Maria und Joseph sind wohl das bekannteste Paar, das eine Geburtswohnung gebraucht hätte. Wenn es damals solch einen geborgenen, vorbereiteten Raum gegeben hätte, in dem sie willkommen gewesen wären – dann hätten sie ihr Kind nicht im Stall bekommen müssen.

Aber auch heute gibt es ganz vielfältige Gründe, weshalb Eltern eine Geburtswohnung brauchen:

Wenn sie sich eine Hausgeburt wünschen, aber:

• so tief im Hochschwarzwald wohnen, dass der Verlegungsweg ins nächste Krankenhaus zu weit wäre;

• in beengten Verhältnissen leben

• die eigene Wohnung nicht genug Privatsphäre bietet (z.B. durch Hellhörigkeit);

• es in ihrem Umkreis keine Hausgeburts-Hebammen mehr gibt;

• in einer WG leben, in welcher eine Geburt nicht denkbar ist;

• sich einen etwas neutraleren und vorbereiteteren Raum als das eigene Zuhause wünschen.

• etc.

Bei der Wohnungsnot in Freiburg leben viele junge Familien in Verhältnissen, die für eine Hausgeburt nicht optimal sind.

Da inzwischen alle freiburger Geburtshäuser geschlossen haben, bleibt diesen Familien als Alternative nur das Krankenhaus. Obwohl eine Hausgeburt – wenn medizinisch nichts dagegen spricht – genauso sicher ist wie eine Klinikgeburt und dabei weniger Interventionen nötig macht, wie sowohl nationale, als auch internationale Studien belegen. (Quelle: Empfehlungen zur Zusammenarbeit von Hebammen und Ärztin/Arzt in der Geburtshilfe, Verabschiedet April 2001, Bund Deutscher Hebammen e.V.)

Damit diese Eltern wieder eine selbstbestimmte Wahl über ihren Geburtsort treffen können, gründen wir die Geburtswohnung. Dadurch können auch die oft überfüllten Krankenhaus-Kreißsäle etwas entlastet werden.